Hypocalcämie

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Ist die routinemäßige Verabreichung von Calcium bei einer Massivtransfusion sinnvoll?

Das in der Additivlösung von Erythrozytenkonzentraten enthaltene Natriumcitrat kann ionisiertes Calcium binden. Bei intakter Leberfunktion spielt dies eine nur untergeordnete Rolle, da Natriumcitrat schnell metabolisiert wird. Ist der Abbau von Natriumcitrat jedoch gestört, so kann die Konzentration an ionisiertem Calcium unter einen kritischen Wert (< 1 mmol/l) abfallen kann. In diesem Fall sollte Calcium substituiert werden, z.B. 10 ml Calcium-Glukonat 10% langsam intravenös.

Quelle: „Die Anästhesiologie“ Rossaint et al., 2004, Seite 795

Calcium-Chlorid oder Calcium-Glukonat zur Substituion verwenden?

Entgegen früherer Erkenntnisse kann Calcium-Glukonat auch bei beeinträchtigter Leberfunktion Calcium freisetzen. Somit besitzen beide Formen (Calcium-Chlorid und Calcium-Glukonat) einen vergleichbaren Effekt (Quelle¹).
Nota bene: Die akzidentelle paravasale Injektion von Calcium-Chlorid kann zu Gewebsnekrosen führen (Quelle²)

Quelle¹: Martin et al. 1990Quelle²: Cleveland Clinic Education